Giftige Blumen und Zierpflanzen für Hunde – Übersicht mit Pflanzenteilen und Symptomen
- Melanie Uhles
- 2. Mai
- 3 Min. Lesezeit

Vor Kurzem waren wir mit Rocket auf einem Tulpenfeld unterwegs – ein wunderschöner Ort, der gerade im Frühling viele Menschen und ihre Hunde anzieht. Die farbenfrohen Blumen, die weiten Felder und die besondere Atmosphäre machen solche Ausflüge eigentlich zu einem Highlight.
Umso erschreckender war es zu erfahren, dass ein Hund nach einem solchen Besuch verstorben ist – vermutlich, weil er Teile der Pflanzen aufgenommen hat. Ein tragischer Vorfall, der zeigt, wie schnell eine scheinbar harmlose Situation zur Gefahr werden kann.
Viele Hundebesitzer wissen nicht, dass gerade Tulpen und andere Zwiebelpflanzen giftig sind. Beim Schnüffeln, Buddeln oder Knabbern können Hunde unbemerkt Pflanzenteile aufnehmen – oft mit ernsten Folgen.
Dieser Artikel soll dafür sensibilisieren, welche Blumen und Pflanzen für Hunde gefährlich sind, welche Symptome auftreten können und wie im Ernstfall richtig gehandelt wird. Ziel ist nicht, Angst zu machen, sondern Bewusstsein zu schaffen – damit solche Situationen möglichst vermieden werden können.
Frühblüher und Zwiebelpflanzen
Tulpen
Giftig: vor allem die Zwiebel, auch Blätter und Stängel
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss, Schleimhautreizungen, ggf. Krämpfe
Narzissen (Osterglocken)
Giftig: besonders die Zwiebel
Symptome: starkes Erbrechen, Durchfall, Zittern, Kreislaufprobleme
Hyazinthen
Giftig: vor allem die Zwiebel
Symptome: Magen-Darm-Beschwerden, Speichelfluss, Hautreizungen
Krokusse (Frühjahrs-Krokus)
Giftig: Knolle
Symptome: meist mild – Erbrechen, Durchfall
Schneeglöckchen / Märzenbecher / Traubenhyazinthen
Giftig: Zwiebeln und Pflanzensaft
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss
Hochgiftige Pflanzen
Maiglöckchen
Giftig: alle Pflanzenteile, auch das Wasser aus der Vase
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Schwäche
Herbstzeitlose
Giftig: alle Teile, besonders Samen und Knolle
Symptome: verzögert – Erbrechen, blutiger Durchfall, schwere Organschäden
Oleander
Giftig: gesamte Pflanze
Symptome: Erbrechen, Herzprobleme, Zittern, lebensbedrohlich
Fingerhut (Digitalis)
Giftig: alle Pflanzenteile
Symptome: Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Kreislaufprobleme
Engelstrompete
Giftig: alle Pflanzenteile
Symptome: Unruhe, erweiterte Pupillen, Krämpfe, Herzprobleme
Eisenhut
Giftig: extrem giftig – alle Pflanzenteile
Symptome: Taubheit, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung
Eibe
Giftig: Nadeln und Samen (besonders gefährlich)
Symptome: Zittern, Krämpfe, plötzlicher Tod möglich
Goldregen
Giftig: Samen und Hülsen
Symptome: Erbrechen, Krämpfe, Lähmungserscheinungen
Seidelbast
Giftig: alle Pflanzenteile
Symptome: starke Schleimhautreizungen, Erbrechen, Durchfall
Häufige Garten- und Balkonpflanzen
Efeu
Giftig: Blätter und Beeren
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen
Buchsbaum
Giftig: Blätter und Rinde
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Krämpfe
Hortensien
Giftig: Blätter und Blüten
Symptome: Magen-Darm-Beschwerden
Rhododendron / Azaleen
Giftig: gesamte Pflanze
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen, Herzprobleme
Kirschlorbeer
Giftig: Blätter und Samen
Symptome: Atemprobleme, Erbrechen, schwere Vergiftung möglich
Thuja (Lebensbaum)
Giftig: Zweige und Zapfen
Symptome: Magen-Darm-Beschwerden, Reizungen
Wandelröschen
Giftig: unreife Beeren und Blätter
Symptome: Erbrechen, Leberschäden
Begonien
Giftig: Knollen
Symptome: Speichelfluss, Erbrechen
Geranien (Pelargonien)
Giftig: gesamte Pflanze (leicht giftig)
Symptome: Erbrechen, Appetitlosigkeit
Zimmerpflanzen und Schnittblumen
Lilien
Giftig: gesamte Pflanze
Symptome: Magen-Darm-Beschwerden, Apathie
Amaryllis
Giftig: vor allem die Zwiebel
Symptome: Erbrechen, Zittern
Alpenveilchen
Giftig: Knolle
Symptome: starkes Erbrechen, Kreislaufprobleme
Dieffenbachia
Giftig: Blätter (Pflanzensaft)
Symptome: starke Reizung im Maul, Schluckbeschwerden
Philodendron
Giftig: Blätter
Symptome: Speichelfluss, Reizung der Schleimhäute
Einblatt (Spathiphyllum)
Giftig: Blätter
Symptome: Maulreizungen, Speichelfluss
Flamingoblume (Anthurium)
Giftig: gesamte Pflanze
Symptome: Schleimhautreizungen
Weihnachtsstern
Giftig: Pflanzensaft (leicht giftig)
Symptome: Erbrechen, leichte Reizungen
Was tun, wenn ein Hund eine giftige Pflanze gefressen hat?
Ruhe bewahren und den Hund beobachten
Pflanze identifizieren (Foto machen, Reste sichern)
Pflanzenreste vorsichtig aus dem Maul entfernen
Kein Erbrechen auslösen
Sofort Tierarzt oder Tierklinik kontaktieren
Wichtig: Auch wenn noch keine Symptome sichtbar sind, sollte bei bekannten Giftpflanzen immer tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Fazit
Viele der genannten Pflanzen sind fester Bestandteil von Gärten und Wohnungen. Gerade deshalb ist das Risiko für Hunde nicht zu unterschätzen. Wer weiß, welche Pflanzen gefährlich sind und wie im Notfall zu handeln ist, kann seinen Hund wirksam schützen.




Kommentare